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Bauen

Bedrohliches Wasser

Ein Haus am See kann idyllisch sein! Vorsicht ist angesagt, wenn Wasser und Schlamm ins Haus eindringen wollen. Wir sagen Ihnen, wo Sie vorsorgende Informationen finden, sollte Hochwasser drohen.

Hochwasser
© Michael Schütze - Fotolia.com

Schützen Sie Ihr Haus

Bilder aus den Medien beweisen es immer wieder: Hochwässer können in Niederösterreich überall auftreten. Schneeschmelze im Frühling, heftige Gewitter oder Starkregen sind oft Ursache. Schutzbedarf besteht sowohl in urbanen Bereichen als auch im ländlichen Raum. Zur Erstinformation besuchen Sie die Website www.hochwasserrisiko.at und geben die Postleitzahl Ihrer Heimatgemeinde an. Wer danach den Verdacht auf drohendes Hochwasser oder steigendes Grundwasser hat, sollte einige Punkte beachten. 

Kellerbegehung

Vorrangig gilt es, das Eindringen von Wasser durch Lichtschächte, Kellerfenster, Türen und Tore zu verhindern oder wenigstens zu begrenzen. In Hanglagen sollte bergseitig keine Öffnung ins Haus, in den Keller führen. Überlegen Sie in Risikozonen den Einbau wasserdichter Kellerfenster und Lichtschächte. Auch für Garagentore oder Einfahrten gibt es Produkte, die Schutz vor Hochwasser oder einem hohen Grundwasserspiegel versprechen. So können Sie alle größeren Öffnungen sichern. Eine aktuelle Wasserstands-Übersicht ist auf ehyd.gv.at (Lebensministerium) einsehbar.

Heizungsanlagen sichern

Heizungsanlagen befinden sich oft im Keller und somit in gefährdeten Bereich. Zentralheizungsanlagen sollten aus diesem Grund separat vom Stromnetz zu trennen sein.

In gefährdeten Gebieten (Hochwasser, hoher Grundwasserstand) sollten Ölheizungen grundsätzlich nicht in Betrieb sein. Ausgelaufenes Heizöl beschädigt Ihr Haus, die Einrichtung und die Umwelt. Es verunreinigt Oberflächenwässer und Grundwasser und verursacht dadurch hohe Kosten. Ist eine Umstellung auf alternative Energieträger nicht möglich, müssen Sie den Öltank mit allen Anschlüssen und Öffnungen wasserdicht absichern. Der Öltank selbst ist gegen ein Aufschwimmen abzusichern. 

Brennstofflagerräume für Holz und Pellets sind selbstverständlich nur in sicheren, trockenen Bereichen empfohlen.

Wichtige Schalter kennen

Jedes Familienmitglied muss die Hauptschalter bzw. die Absperreinrichtungen für Gas, Wasser, Abwasser und Strom kennen und bedienen können. Ist der Keller oder sogar das Erdgeschoß von Hochwasser oder steigendem Grundwasser bedroht, schalten Sie die betroffenen Stromkreise ab. Zum Beispiel sollte eine Tiefkühltruhe nicht im gefährdeten Bereich stehen!

Nur angepasste Baumaterialien und Möbel

Sind Ihre Steckdosen im Keller eingegipst? Gips quillt bei Wasserkontakt auf und verliert seine Festigkeit. In gefährdeten Kellern sollten deswegen weder Gipsplatten noch Holzwände verbaut sein. Wasserfeste Baustoffe für Wände sind: Beton, Leichtbeton und Ziegel. Der Boden im Keller muss ohne wasserempfindliche Beläge wie Parkett, Teppiche, Linoleum, Kork und Holz auskommen. Beton oder Fliesen sind hier empfehlenswert. An die von Wasser bedrohten Innenwände gehört weder Tapete noch Gipsputz! Mineralische Putze, hydraulischer Kalk, Kalkzementputz oder Fliesen sind weniger empfindlich. Vermeiden Sie im Problembereich den Einbau von Möbeln oder Sauna.

Schotten dicht!

Neben den großen sichtbaren Öffnungen im Haus gibt es unscheinbare Fugen und Wanddurchbrüche. Alle Arten von Hausanschlüssen führen durch Kellerwand oder Kellerboden. Strom, Telefon, Gas, Wasser und Abwasser müssen im Gefahrenbereich druckwasserdicht gestaltet werden. Der Kanal sollte mit einer Handabsperrung gesichert werden, der Regenwasserablauf bei einer Garagenabfahrt eventuell mit Rückschlagklappe. Dadurch halten Sie Abwasser oder Regenwässer vom Haus fern. Dann können Sie zu Recht behaupten: „Die Schotten sind dicht!“

Im Fall des Falles

Ist trotz alle Vorkehrungen Wasser eingedrungen, ist ein so genannter Pumpensumpf hilfreich. Das ist eine tiefe Mulde im Fußboden zum Sammeln von eingedrungenem Wasser mit dazugehörender Pumpe. Ein eventuell vorhandenes Notstromaggregat rundet die Hochwasserschutzmaßnahmen ab.

Weiterführende Links

Risikoübersichtskarte des BMLFUW: www.hora.gv.at  

Land Niederösterreich: 30-, 100-, 300-jährige Hochwasserzonen

Zivilschutzverband: Hochwassereinwirkungen auf ein Gebäude

Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV): Bauen und Wasser

Download

Broschüre Hochwasserschutz, Zivilschutzverband

Kostenlose Beratung

erhalten Sie bei der Energieberatungshotline der Energie- und Umweltagentur NÖ, Tel. 02742 22 144, Mo-Fr 8-15 Uhr und Mi-17 Uhr, office@energieberatung-noe.at   

Letzte Aktualisierung: 11.07.2017