hintergrundbild

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden (weitere Informationen).

News

Mythos atmende Wand

Wie ein Phantom schwirrt der Begriff „atmende Wand“ durch die Bau-Szene. Dass Wände atmen, ist schnell gesagt, oft wiederholt und dennoch falsch. Wände atmen nie – weder mit noch ohne Dämmung.

Lüften!
© thombach / www.Fotolia.com

Wände – die Haut der Wohnung

Was eine Mauer für Wohnung und Haus darstellt, ist vergleichsweise die Haut bei Menschen. Für Marathon-LäuferInnen ist es klar, dass diese nie mit der Haut atmen können. Mund und Nase übernehmen den Luftwechsel, die Haut besitzt andere wichtige Funktionen. Fenster und Türen erfüllen entsprechend dazu das Lüften in Haus und Wohnung. In modernen Wohnbereichen übernimmt eine Komfortlüftung die Aufgabe der Frischluftzufuhr.

Feuchte Luft muss raus

Ein 4-Personen-Haushalt erzeugt pro Tag bis zu 10 Liter Feuchtigkeit. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen  als kühle Luft. Das kann im Winter tatsächlich eine (Wasser-) Dampfdiffusion in die Mauer bedeuten. Jedoch kann die Mauer nur 1% des gesamten Wasserdampfs abtransportieren – den Großteil der Feuchtigkeit muss man weglüften.

Risse und Fugen sind lästig

Risse und Fugen dürfen nicht zur unkontrollierten Lüftung dienen! Erstens zieht es unangenehm und zweitens kommt es zu Wärmeverlust in der Heizsaison. Achtung: bei vorhandenen Rissen, Fugen oder sonstiger Undichtheiten im Bauwerk können Bauschäden die Folge sein.

Frischluft durch Lüftungsanlage und Fenster

Vor bald 100 Jahren wurde festgestellt, dass verputzte Wände luftdicht sind. Frische Luft kommt deshalb am sichersten durch Fenster und Türe, am bequemsten durch eine steuerbare Lüftungsanlage in den Wohnbereich.

Irrglaube

„Gedämmte Häuser können nicht atmen“, das ist leicht gesagt, oft wiederholt und dennoch falsch: Wände atmen nie – weder mit noch ohne Dämmung.

Wärmedämmung steigert durch angenehme Oberflächentemperatur im Winter den Wohnkomfort und hilft Heizkosten sparen. Im Sommer kommt weniger Hitze durch die Dämmung und sorgt auch hier für Komfortgewinn! Wärmedämmung kann den Befall durch Schimmel vorbeugen.

Ein Vollwärmeschutz aus EPS (Expandierter Polystyrolschaum) lässt Diffusion durchaus zu und hat etwa gleichen Widerstand gegen Dampfdiffusion wie gewachsenes Holz. Wer noch diffusionsoffener bauen möchte, kann auf dämmende Materialien wie Mineralschaum oder Mineralwolle zurückgreifen.

Lüften ist nötig
© www.Komfortlüftung.at

Ein optimaler Wandaufbau

Bauen Sie nach Empfehlung durch Bauökologen diffusionsoffen, aber luftdicht. Lassen Sie durch niemanden Ihren Wärmeschutz schlechtreden, weil sonst die Wände angeblich „ersticken“. Die Wohnung, Ihr Haus atmet durch die gezielte, kontrollierte Lüftung, nie durch die Wände. Feuchtigkeit muss aktiv durch Lüften vermindert werden, am besten mit Blick auf ein Hygrometer (ideal zwischen 30 und 55% relativer Raumluftfeuchte). In einem Schlafzimmer (siehe Grafik) kann es nötig sein, alle zwei Stunden zu lüften - eine Komfortlüftung erledigt das automatisch.

Bauen Sie Ihr Haus luftdicht und bestens gedämmt, so bleibt der Heizenergieverbrauch niedrig, Sie vermeiden Bauschäden und schonen das Klima. Achten Sie auf hygienisch ausreichende Lüftung!

Ratgeber

Wärmedämmung

Dämmung der obersten Geschoßdecke

Broschüre

Dämmstoffe richtig eingesetzt

Besser leben - mit weniger Energie

Heute für morgen bauen

Link

Verein Komfortlüftung
Land NÖ: Wohnbauförderung
Passivhaus Austria: Antworten zur Komfortlüftung
Land NÖ: Klimawandelanpassung

Kostenlose Beratung

erhalten Sie bei der Energieberatungshotline der Energie- und Umweltagentur NÖ, Tel. 02742 22 144, Mo-Fr 8-15Uhr und Mi-17Uhr, office@energieberatung-noe.at