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Bauen

Wohnen am Wasser

Ein Haus am Wasser ist ein idyllisches Bild! Solange Wasser und Schlamm draußen bleiben, ist alles in Ordnung. Wir sagen Ihnen wo Sie Informationen finden und was Sie vorsorglich tun können, sollte einmal Hochwasser drohen.

Haus am See
© spuno - Fotolia.com

Schützen Sie Ihr Haus

Bilder aus den Medien beweisen es immer wieder: Hochwässer können in Niederösterreich überall auftreten. Schneeschmelze im Frühling, heftige Gewitter oder Starkregen sind oft  die Ursache. Schutzbedarf besteht in urbanen Bereichen und auch im ländlichen Raum. Zur Erstinformation besuchen Sie die Website www.hochwasserrisiko.at und geben die Postleitzahl Ihrer Heimatgemeinde an. Wer danach den Verdacht auf drohendes Hochwasser oder steigendes Grundwasser hat, sollte einige Punkte beachten. 

Kellerbegehung

Vorrangig gilt es, das Eindringen von Wasser durch Lichtschächte, Kellerfenster, Türen und Tore zu verhindern oder wenigstens zu begrenzen. In Hanglagen sollte bergseitig keine Öffnung ins Haus, in den Keller führen. Überlegen Sie in Risikozonen den Einbau wasserdichter Kellerfenster und Lichtschächte. Auch für Garagentore oder Einfahrten gibt es Produkte, die Schutz vor Hochwasser oder einem hohen Grundwasserspiegel versprechen. So können Sie alle größeren Öffnungen sichern. Eine Übersicht über die aktuellen Grundwasserstände erhalten Sie auf ehyd.gv.at/ (Lebensministerium).

Heizungsanlagen sichern

Heizungsanlagen befinden sich oft im Keller und somit in besonders gefährdeten Zonen. Zentralheizungsanlagen sollten aus diesem Grund separat vom Stromnetz zu trennen sein.

In gefährdeten Gebieten (Hochwasser, hoher Grundwasserstand) sollten Ölheizungen grundsätzlich nicht mehr in Betrieb sein. Ausgelaufenes Heizöl beschädigt Ihr Haus, die Einrichtung und die Umwelt. Es verunreinigt Oberflächenwässer und Grundwasser und verursacht dadurch hohe Kosten. Ist eine Umstellung auf alternative Energieträger nicht möglich, müssen Sie den Öltank mit allen Anschlüssen und Öffnungen wasserdicht absichern. Der Öltank selbst ist gegen ein Aufschwimmen abzusichern. 

Brennstofflagerräume für Holz und Pellets sind selbstverständlich nur in den sicheren trockenen Bereichen empfohlen.

Wichtige Schalter kennen

Jedes Familienmitglied muss die Hauptschalter bzw. die Absperreinrichtungen für Gas, Wasser, Abwasser und Strom kennen und bedienen können. Ist der Keller oder sogar das Erdgeschoß von Hochwasser oder steigendem Grundwasser bedroht, schalten Sie die betroffenen Stromkreise ab. Zum Beispiel darf eine Tiefkühltruhe nicht im gefährdeten Bereich stehen!

Nur angepasste Baumaterialien und Möbel

Sind Ihre Steckdosen im Keller eingegipst? Gips quillt bei Wasserkontakt auf und verliert seine Festigkeit. In gefährdeten Kellern sollten auch keine Gipsplatten oder Holzwände verbaut sein. Wasserfeste Baustoffe für Wände sind: Beton, Leichtbeton und Ziegel. Der Boden im Keller muss ohne wasserempfindliche Beläge wie Parkett, Teppiche, Linoleum, Kork und Holz auskommen. Beton oder Fliesen sind hier empfehlenswert. An die von Wasser bedrohten Innenwände gehört weder Tapete noch Gipsputz! Mineralische Putze, hydraulischer Kalk, Kalkzementputz oder Fliesen sind weniger empfindlich. Vermeiden Sie im Problembereich den Einbau von Möbeln oder einer Sauna.

Schotten dicht!

Neben den großen sichtbaren Öffnungen im Haus gibt es unscheinbare Fugen und Wanddurchbrüche. Alle Arten von Hausanschlüssen führen durch Kellerwand oder Kellerboden. Strom, Telefon, Gas, Wasser und Abwasser müssen in Problemzonen druckwasserdicht gestaltet werden. Der Kanal sollte mit einer Handabsperrung gesichert werden, der Regenwasserablauf bei einer Garagenabfahrt eventuell mit Rückschlagklappe. Dadurch halten Sie Abwasser oder Regenwässer vom Haus fern. Dann können Sie zu Recht behaupten: „Die Schotten sind dicht!“ Ein so genannter Pumpensumpf, das ist eine tiefe Mulde im Fußboden zum Sammeln von eingedrungenem Wasser mit zugehöriger Pumpe und Notstromaggregat, rundet die Hochwasserschutzmaßnahmen im Keller ab.

Weiterführende Links

Risikoübersichtskarte des BMLFUW: www.hora.gv.at  

Land Niederösterreich: 30-, 100-, 300-jährige Hochwasserzonen

Zivilschutzverband: Hochwassereinwirkungen auf ein Gebäude

Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV): Bauen und Wasser

Download

Broschüre Hochwasserschutz, Zivilschutzverband

Kostenlose Beratung

erhalten Sie bei der Energieberatungshotline der Energie- und Umweltagentur NÖ, Tel. 02742 22 144, Mo-Fr 8-15 Uhr und Mi-17 Uhr, office@energieberatung-noe.at   

Letzte Aktualisierung: 04.04.2017