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Dachausbau - richtig gemacht

Die Nachfrage nach leistbarem Wohnraum ist ungebrochen. Leere Dachgeschoße bieten die Möglichkeit, zusätzlichen Wohnraum zu generieren. Damit der Traum vom Wohnen unter dem Dach nicht zum Albtraum wird, gilt es einige Dinge zu beachten.

Handwerker verarbeitet Dämmung in Dachgeschoß
© artursfoto fotolia.com

Klären Sie zunächst mit der Baubehörde oder Gemeinde, ob ein Ausbau grundsätzlich gestattet ist. Baumeister oder Planer unterstützen bei Einreichungsformalitäten und Fragen der Statik.

Nachfolgend zehn Tipps für angenehmes Wohnen unter dem Dach.

  1. Ausgiebig dämmen
  2. Beste Dämmstoffe einsetzen
  3. Fenster außen verschatten
  4. Fenster in Passivhaus-Qualität
  5. Alles dicht – luftdicht
  6. Heizung
  7. Trittschalldämmung
  8. Speichermassen
  9. Feuchtraum, Nassraum
  10. Smart Home

1. Ausgiebig dämmen

Seien Sie mit Wärmedämmung großzügig, die Kosten dafür betragen einen Bruchteil der gesamten Dachausbau-Investition. Diesen Anteil erhalten Sie in wenigen Jahren durch Heizkostenersparnis vollständig zurück. Das danach ersparte Geld fällt als Vermögenszuwachs an. Dämm-Maßnahmen werden in Niederösterreich gefördert. Der sommerlichen Überwärmung ist ein Riegel vorgeschoben, wenn zur gleichen Zeit die Fenster sorgfältig verschattet werden.

Wohnbauförderung Eigenheimsanierung - Land NÖ

2. Beste Dämmstoffe einsetzen

Nutzen Sie die Eigenschaften des eingesetzten Dämmstoffes, z. B. eine optimale Phasenverschiebung. Die Bauphysik definiert einen verzögerte Temperaturdurchgang von außen nach innen als "Phasenverschiebung". Das kommt dem Raumklima zugute: Heiße Sommertemperaturen erreichen die Wand-Innenseite zeitversetzt erst in den kühleren Nachtstunden. Durch Nachtlüftung wird die Wärme wieder abgeführt. Diesen Effekt unterstützen u. a. Holzfaser-Dämmplatten oder Zellulosedämmung.
Einzelne Dämmstoffarten bieten neben der wärmedämmenden Funktion zusätzlich erhöhte Schalldämmung.

Broschüre: Dämmstoffe richtig eingesetzt

3. Fenster außen verschatten

Fenster bringen viel Licht ins Innere, im Sommer leider auch viel Wärme. So liefert im Sommer jeder südorientierte Quadratmeter Glas 500 Watt Wärme nach innen. Mehrere Fenster wirken dann wie ein Heizkörper. Eine außenliegende Verschattung ist im Sommer angeraten, sie reduziert Wärmestrahlung bis zu 90 Prozent. Außenverschattungen lassen unterschiedlich viel Tageslicht durch. Überprüfen Sie, ob der Einsatz von Kunstlicht tagsüber nötig ist.

4. Fenster in Passivhaus-Qualität

Dachflächenfenster gibt es schon mit einem uw-Wert unter 1 (oder noch besser mit Passivhaus-Zertifikat). Wer keine Dachflächenfenster einbauen möchte, kann im Giebelbereich oder bei Gaupen Fenster mit höchster Wärmedämmqualität einbauen.

Artikel zu Fenster - Energieberatung NÖ

5. Alles dicht – luftdicht

Luftdichtheit ist im Dachausbau besonders wichtig. Mittel dazu ist eine optimal ausgeführte Dampfsperre / Dampfbremse. Bestehende Lecks (Undichtheiten) lassen im Winter Wärme entweichen und treiben die Heizkosten in die Höhe. Im Sommer dringt Hitze nach innen. Durchziehende Luft bringt Tauwasser mit - kondensierender Wasserdampf bewirkt Bauschäden an Wärmedämmung und Holzwerkstoffen sowie Schimmelbefall.

Jedes Handwerk muss gewissenhaft arbeiten, bei allen Arten von Installationen ist besondere Sorgfalt angebracht. Leitungen (Rohre) für Zuluft, Abluft, Strom, Heizung, Wasser und Abwasser durchdringen verschiedene Ebenen. Luftdichtheit ist hier oberstes Gebot und wird mit dem „Blower-Door-Test“ kontrolliert.

Blower door Test - RP-Energie-Lexikon

6. Heizung

Die Anbindung an vorhandene Heizungen wird empfohlen. Bei der Wärmeabgabe ist eine Niedertemperaturheizung empfehlenswert. Ist diese in Wand oder Decke integriert, kann eine technische Kühlung angedacht werden. Eine Energieberatung ist immer vorteilhaft!

Heizungsmatrix - Bundesministerium

7. Trittschalldämmung

Eine Schalldämmung zwischen Wohnbereichen ist sinnvoll und im Altbau nachrüstbar. Wer lebt schon gerne mit Lärmbelästigung? Ruhe erhöht Wohlbefinden und Gesundheit der Hausbewohner/innen. Unterschiedliche Decken (Stahlbeton, Holzbalken, etc.) erhalten angepasste Ausführungen. Der wärmedämmende Effekt ist gegenüber der Schallreduktion nachrangig.

8. Speichermassen

Speichermassen helfen sowohl im Winter als auch im Sommer. Massive, schwere Bauteile puffern die Sonnenwärme und geben sie erst in den Nachtstunden ab. Im Dachausbau gibt es von den Speichermassen tendenziell zu wenig. Die Einplanung von Speichermasse ist daher wichtig und kann z. B. durch einen Estrich oder gemauerte Zwischenwände (Wanddicken bis 10 cm) erreicht werden. Lehmputz erhöht, verbessert die Speichermasse. Bei langen Hitzeperioden erwärmen sich allerdings auch größte Speichermassen und werden weniger wirksam.

9. Feuchtraum, Nassraum

Um diese Bereiche bautechnisch sicher anzufertigen, müssen ausführende Fachleute viele Regelwerke beachten. Vereinfacht gesagt müssen Bauwerk aber auch Elektroinstallation vor Nässe und Feuchtigkeit geschützt werden. Dieser Schutz schließt auch den Menschen ein.
Erhöhte Feuchtigkeit kann eine Schimmelbelastung bringen. Der Einbau einer Lüftungsanlage minimiert das Schimmelrisiko.

Komfortlüftung - Verein Komfortlüftung.at

10. Smart Home

Zukünftig wird ein „Smart Home“ die vielen Rollläden, Lichtschalter, Heizung, Kühlung und Lüftung selbstständig steuern. Unter Ihrer Mitwirkung!
Ein „Smart Home“ kann vieles regeln: eine Alarmanlage mit Sicherheitsmodus, die Heizung mit Temperaturabsenkung, die Ladestation für das Elektroauto, die Sturmsicherung für Raffstores, die Waschmaschine, Kühlschrank oder Kaffeemaschine.

Kostenlose Beratung

erhalten Sie bei der Energieberatungshotline der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ, T+43 2742 221 44, Montag bis Freitag von 8 bis 15 Uhr und Mittwoch bis 17 Uhr, office@energieberatung-noe.at