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Kühlen

Räume kühl halten - so geht's!

Die 10 besten Tipps für angenehme Temperaturen in Haus und Wohnung bei Sommerhitze.

  1. Fenster verschatten
  2. Morgens und abends lüften
  3. Pflanzen wirken kühlend
  4. Ventilatoren machen Hitze erträglicher
  5. Helle Fassaden reflektieren Sonnenlicht
  6. Wärmedämmung hält kühl
  7. Massive Bauteile halten kühl
  8. Elektrogeräte abschalten
  9. Energieeffiziente Klimaanlage
  10. "Hausmittel" gegen Hitze

1. Fenster verschatten

Sommerliche Sonneneinstrahlung durch Fenster führt zu Überwärmung. Zwei Quadratmeter Fensterfläche wirken wie ein Radiator mit 1000 Watt Heizleistung. Während Hitzeperioden ist außenliegender Sonnenschutz unabdingbar. Außenliegende Verschattung wie Außenjalousien, Raffstores, Roll- oder Klappläden weisen bis zu 90 Prozent der Wärmestrahlung ab. Im Neubau garantiert gute Planung die Sommertauglichkeit.

Mehr zum Thema - Sonnenschutz & Beschattung, Wir leben Nachhaltig

Schutz vor Hitze in Haus und Wohnung, Energieberatung NÖ

2. Morgens und abends lüften

Bei sommerlichen Extremtemperaturen bleiben die Fenster geschlossen. Die Sommerhitze wird sonst zur Plage. In Hitzeperioden ist Lüften spätabends und morgens ideal.  

3. Pflanzen wirken kühlend

Nachhaltig wirkt ein Schatten spendender Laubbaum. Zusätzlich zum Schatten bieten die Blätter einen kühlenden Effekt. Ein Laubbaum ermöglicht im Winterhalbjahr die natürliche Belichtung der Räume und im Sommerhalbjahr die natürliche Beschattung. Wo kein Baum vorhanden ist kann man eventuell einen schnell wachsenden Strauch pflanzen.

Das Begrünen der Hauswand bringt im Sommer Abkühlung. Für die Auswahl der Kletterpflanze (mit oder ohne Gerüst) ist eine Fachberatung ratsam. Begrünte Dächer ergeben Mittags eine messbare Temperaturreduktion um 10 Grad gegenüber nicht begrünten Dächern. Durch Verdunstung von gespeichertem Regenwasser können sich darunterliegende Räume abkühlen.

Mehr zum Thema - Leitfaden Begrünung, Umweltberatung Wien

4. Ventilatoren machen Hitze erträglicher

Bewegte Luft kühlt. Am einfachsten und ohne Strom erledigt das ein Fächer. Ein Ventilator macht das gleiche elegant und effizient. Die Luftströmung transportiert so die Wärme des Körpers ab. Das funktioniert bis etwa 37 Grad Lufttemperatur. Darüber oder bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit verliert ein Ventilator seine kühlende Wirkung.

5. Helle Fassaden reflektieren Sonnenlicht

Am Dach und der Hauswand besitzen helle Farben eine hohe Reflexionswirkung und erhitzen weniger. Dunkle Farben können die Fassade im Hochsommer auf bis zu 80 Grad Celsius erhitzen. Starke Temperaturschwankungen belasten den Putz extrem. Risse im Putz sind möglich. Aktuell entwickelte, wärmereflektierende Farben ermöglichen etwas dünklere Fassadenfarbgebung.

Mehr zum Thema - Reduktion Kühlbedarf (Seite 35ff) Bundesministerium

6. Wärmedämmung hält kühl

Wärmedämmung hat einen genialen Doppelnutzen! Die Dämmung hält nicht nur die Kälte im Winter ab. Ebenso wehrt sie die Sommerhitze ab. Beachten Sie dabei jedoch die Wirkung der Fenster. Fenster gehören bei Sonneneinstrahlung beschattet, sonst erwärmen sich die Innenräume - trotz vorhandener Wärmedämmung.

Mehr zum Thema - Leitfaden Sanierung

7. Massive Bauteile halten kühl

Gebäude mit ausreichender Speichermasse bleiben bei Hitzewellen länger kühl. Schwere Bauteile (Ziegel, Beton) nehmen tagsüber Wärme auf. Während der Nacht muss diese Wärme mit Lüften abgeführt werden. 

Wo es keine Speichermasse gibt, hilft sogenanntes Phasenwechselmaterial (PCM - phase change material). Bauelemente aus PCM sind Latentwärmespeicher, die Wärmeenergie speichern und zeitversetzt wieder abgeben. Auch hier gilt: Nächtliches Lüften muss die Wärme abführen. PCM gibt es unter anderem integriert in Gipsplatten oder Putzen.

Mehr zum Thema - Leitfaden Neubau Seite 30ff

8. Elektrogeräte abschalten

Alte Glühlampen sind wie Heizkörper! Eine 100 Watt Glühlampe erzeugt eingeschaltet 5 Watt Licht und 95 Watt Wärmestrahlung. Bei einer gleich hellen LED sind es nur mehr 5,5 Watt Wärmestrahlung. Tauschen Sie in Haus und Wohnung alte Lampen aus, das hält kühl im Sommer.  

Vergleichen Sie bei Neukauf eines Kühlschranks das Energielabel (Energieeffizienzklasse). Die effizientesten Geräte besitzen eine optimale Dämmung, das verringert den Energiebedarf. Weniger Energieaufwand bedeutet auch weniger Abwärme.

Während Hitzeperioden kann die Küche ruhig kalt bleiben. Achten Sie auf eine sommergerechte, leichte Ernährung. Wird einmal gekocht, transportiert der Dunstabzug nicht nur Gerüche ins Freie, sondern auch die erzeugte Wärme.

Nicht benötigte Elektrogeräte ganz ausschalten! Mit EU-Energielabel ausgestattete Topgeräte benötigen weniger Energie und erzeugen weniger Abwärme.

Mehr zum Thema - Beleuchtung, Kühlschrankenergiesparend KochenTopprodukte.

9. Energieeffiziente Klimaanlage

Kühlen mit Technik erfordert Strom. Im Hochsommer liefert eine Photovoltaikanlage zur rechten Zeit erneuerbare Energie. Kombinieren Sie die Klimaanlage am besten mit Photovoltaik!

  • Kühlen mit Komfortlüftung: Mit optionalen Sole-Erdwärmetauscher bekommen Lüftungsanlagen einen Kühleffekt. Die Außenluft kommt im Sommer mit maximal 22 Grad zum Lüftungsgerät. Das trägt zu einem angenehmen Raumklima im Sommer bei. 
     
  • Kühlen mit thermischer Bauteilaktivierung: Die Beheizung oder Kühlung („Konditionierung“) eines Gebäudes mittels thermischer Aktivierung der Geschoßdecken ist bei kleiner Energiekennzahl (Niedrigstenergiehaus, Passivhaus) möglich. Dieses Konzept verlangt eine gute Planung und gute Zusammenarbeit aller Gewerke.
     
  • Mobile Raumklimageräte sind billig und wenig effizient. Während des Kühlvorganges muss ein Fenster teilweise geöffnet sein, um warme Abluft per Schlauch ins Freie zu leiten. Dabei strömt ständig heiße Luft von außen nach. Die Energieberatung empfiehlt keine mobilen Klimaanlagen zu Kühlzwecken.
     
  • Kühlen mit Wärmepumpe: Hier gibt es eine große Auswahl unterschiedlicher Systeme und Anbieter. Es gibt
    • Sole/Wasser-Wärmepumpen
    • Wasser/Wasser-Wärmepumpen
    • Luft/Wasser-Wärmepumpen
    • Luft/Luft-Wärmepumpen (Klimaanlage-Splitgerät)

Die ersten drei Kombinationen sind Alleskönner. Sie übernehmen Raumheizung und die Bereitstellung von Warmwasser. Mit Zusatzmodul kühlen diese Systeme im Sommer. Je kleiner die Energiekennzahl eines Hauses bei Neubau oder Modernisierung liegt, umso effizienter ist der Kühlvorgang. Eine besondere Anwendung ist das so genannte "free colling", fragen Sie dazu Ihren Fachbetrieb.
Luft/Luft-Wärmepumpen finden als Klimaanlagen-Splitgeräte zur Luftkühlung (Luftheizung) Anwendung. Achten Sie innen und außen auf geringe Betriebsgeräusche. Bei allen Varianten erfolgt der hygienisch erforderliche Luftwechsel manuell über Fenster oder automatisiert mit einer Komfortlüftung. 

Vorhandene Filter nach Bedienanleitung regelmäßig säubern, beziehungsweise wechseln.

Augen auf beim Klimaanlagenkauf - Energieberatung NÖ

Leitfaden Solaranlagen, Energieberatung NÖ

Schutz vor Hitze in Haus und Wohnung, Energieberatung NÖ

Ratgeber Wetterextreme, Energieberatung NÖ

Mehr zum Thema - Klimaanlage von Dr. Rüdiger Paschotta

10. "Hausmittel" gegen Hitze

  • Regelmäßiges Trinken von Wasser hilft dem Körper beim Kühlhalten. Leitungswasser ist das kostengünstigste Getränk!
  • Nach dem Wäschewaschen muss die Wäsche noch trocknen. Das Verdunsten entzieht der Umgebung Wärme, es entsteht ein leichter Kühleffekt. Achten Sie beim Wäschetrocknen in Innenräumen aber auf mögliche Schimmelgefahr! 
  • Ein dicker Teppich wirkt leicht wärmedämmend. Wenn möglich, im Sommer einrollen und für den Winter aufheben. 
  • Ein kaltes Fußbad hilft bei Hitze besser als kaltes Duschen. Letzteres belastet den Kreislauf, da sich die Gefäße zunächst zusammenziehen, um Wärme im Körper zu halten. Lauwarmes Duschen ist verträglicher.
  • Achten Sie im Hochsommer auf lockere Bekleidung. Die Kleidung der Beduinen ist lang und luftig weit, nicht eng und kurz! 
  • Eine transportable Dusche ist praktisch! Mit einer Sprühflasche den Körper besprühen, erzeugt ein herrliches Gefühl von Frische!
  • Der so genannte Armguss erfrischt und kühlt.
  • Ein befeuchtetes Tuch abwechselnd auf Nacken, Unterarm oder Stirn gelegt hilft gegen Hitzestress.
  • Lauwarmer Pfefferminztee kühlt wirksamer als Softdrinks mit Eiswürfel. Salbei, Holunder und Zitronenmelisse wirken ebenso kühlend.
  • Für den Sommer gibt es spezielle, kühlende Bettwäsche. Diese und dünnere Bettdecken führen zu nächtlichem Wohlbefinden.
     

Kostenlose Beratung

erhalten Sie bei der Energieberatungshotline der Energie- und Umweltagentur NÖ, Tel. 02742 22 144, Montag bis Freitag von 8 bis 15 Uhr und Mittwoch bis 17 Uhr, office@energieberatung-noe.at